\"Winterschlaf\" ist keine Lösung

Arthrose-Tipps für die kalte Jahreszeit

(djd). Eisrosen am Fenster, Schneetreiben und zugefrorene Seen: Was die Herzen von Wintersportfans höherschlagen lässt, bedeutet für Millionen von Arthrosepatienten eine echte Leidenszeit. Man kommt schlecht in Gang, weil die Gelenke nach einer längeren Ruhepause steif sind. Kraftlosigkeit und Müdigkeit sind häufige Begleiterscheinungen und Kälte verstärkt die Beschwerden. In kalter Umgebung wird die Muskulatur schlechter durchblutet und die Gelenke werden steif. Dieser Prozess reduziert die Beweglichkeit insgesamt und kann auch zu Schmerzen führen.

Im Winter nicht in die Knie gehen

Dennoch sollten Betroffene keinesfalls ihr Bewegungspensum reduzieren und in eine Art "Winterschlaf" fallen. Dr. Knud Leonhardt aus Schwarzenberg, Orthopäde und Olympiaarzt der deutschen Leichtathletikmannschaft, erklärt die Zusammenhänge: "Nimmt der Patient eine schmerzbedingte Schonhaltung ein und belastet das Gelenk zunehmend weniger, beginnen die Gelenkkapseln zu schrumpfen, die gelenknahe Muskulatur bildet sich zurück und die Gelenke werden instabil. Durch die mangelnde Bewegung wird zudem weniger Gelenkflüssigkeit in den Knorpel hineingepresst - er erhält nicht mehr genügend Nährstoffe und ,verhungert' buchstäblich." Was die Behandlungsmöglichkeiten betrifft, rät der Mediziner: "Bereits im Frühstadium der Beschwerden ist eine Therapie mit Hyaluronsäure empfehlenswert. Sie wird direkt in das kranke Gelenk injiziert und ergänzt beziehungsweise ersetzt dort die körpereigene Hyaluronsäure. Dadurch wird die Gelenkschmierung wiederhergestellt, Entzündungen werden gehemmt und der Knorpel vor Abbau geschützt. So kann das Fortschreiten der Arthrose deutlich verlangsamt werden. Wie eine klinische Studie ergeben hat, lassen sich beispielsweise Schmerzen bei Kniegelenkarthrose inzwischen mit nur einer Injektion Synvisc-One für mindestens sechs Monate deutlich lindern."

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Was Betroffene noch tun können

Daneben können Arthrosepatienten den Auswirkungen der Kälte mit Saunabesuchen, Wechselduschen oder auch Wasseranwendungen nach Kneipp entgegenwirken, wobei hier nicht übertrieben werden sollte. Keinesfalls ist es für Betroffene ratsam, an der Heizkostenrechnung sparen zu wollen, da eine trockene und kuschelig warme Wohnung der ideale Fluchtpunkt vor der draußen herrschenden Kälte ist. Nehmen die Beschwerden überhand, dann sollten alle, die sich dies beruflich und finanziell leisten können, auch eine Überwinterung in warmen Ländern in Betracht ziehen.

Weitere Tipps

Neben ausgewogener Ernährung spielt regelmäßige Bewegung eine wesentliche Rolle für die Gelenkgesundheit. Geeignet sind sanfte, gelenkschonende Sportarten wie Gymnastik, Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking. Beim Training sorgt der ständige Wechsel zwischen Be- und Entlastung für die gleichmäßige Versorgung des Gelenkknorpels mit Nährstoffen.

Unter www.fit-und-mobil.info gibt es Gymnastikübungen und Trainingstipps.

Quelle: deutsche journalisten dienste (djd),
Gesundheitsthemen